Zur Gemeindegeschichte

1892,86 € für einen Bauplatz in Lindlar? Davon kann man heute nur träumen. Aber genau diesen Betrag, allerdings natürlich in DM ( 3710,-), stellt das Presbyterium 1951 zum Kauf des Kirchenbauplatzes Auf dem Korb zur Verfügung. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Kirchengemeinde seit zwei Jahren.

1946/47 waren plötzlich etwa 2000 neue evangelische Gemeindeglieder im Bereich Lindlar zu verzeichnen: Ostvertriebene, die in das bis dahin fast rein katholische Lindlar eingewiesen worden waren. Das war ein zu großer Zuwachs, um von der Muttergemeinde Delling einfach mitversorgt zu werden. Lindlar wird selbständige evangelische Kirchengemeinde. Und jetzt muss eine Kirche für die junge Gemeinde her. 1954 wird der Grundstein gelegt, am Jubilate-Sonntag 1956 (daher der Name Jubilate-Kirche) wird die Kirche mit der ersten Konfirmation im eigenen Haus in Betrieb genommen.

Und Lindlar ist schön. Die Gemeinde wächst ständig. Zuzöglinge aus Köln und anderen umliegenden Ballungsräumen kommen hinzu, manche weil sie, in den Städten ausgebombt, Zuflucht in Lindlar gefunden hatten. Noch heute gehört Lindlar zu den wenigen evangelischen Kirchengemeinden der Rheinischen Landeskirche, die wachsende Mitgliederzahlen zu verzeichnen haben.

Heute sind es über 4400 in den beiden Bezirken im Osten und Westen der Gemeinde, offiziell etwas irreführend Nord- und Südbezirk genannt. Und der Kirchbau mit den zwei viel zu kleinen Gemeinderäumen ist zu einem modernen Begegnungszentrum (JubilateForumLindlar, eröffnet 2011) umgestaltet worden, das nicht nur dem evangelischen, sondern auch dem kommunalen Leben in Lindlar und Umgebung neue Impulse und eine attraktive Heimat geben kann, so wie das das 2005 (endlich) gebaute Gemeindezentrum in Schmitzhöhe für den Westbereich der Gemeinde tut.

Wenn Sie mehr aus der wunderschön zu lesenden Chronik erfahren möchten, lassen Sie sich die Jubiläums-Schrift vom 50jährigen 1999 schicken. Oder holen Sie sie einfach beim Gemeindebüro ab. Dort können Sie in allen Örtlichkeiten und Aktivitäten schwelgen, die es bis dahin gegeben hat, die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden kennenlernen oder wiedersehen und etwas von der Atmosphäre schnuppern, die zu dieser manchmal schon etwas anderen Gemeinde gehört.