Gebet am Sonntagmorgen

Auf dieser Seite finden sie die Gebetsordnung und die geistlichen Impulse.

Die geistlichen Impulse haben wir ab dem 29.03.2020 auch aufgenommen. So können sie die vertrauten Stimmen von Pfarrerin Imig und Pfarrer Romot hören.
Sie sprechen die Lesung, ihren Impuls und die Fürbitten der jeweiligen Sonntage.
Eingerahmt wird dies durch ein Vor- und Nachspiel unserer Kantorin Frau Locker.

Für diejenigen, die sich die Inhalte lieber herunterladen und ausdrucken möchten, stehen die entsprechenden Dateien im PDF-Format zur Verfügung.

Darunter können sie die Texte des aktuellen Sonntags auch direkt auf der Homepage lesen.

Bitte erzählen sie ihren Freunden und Verwandten von unserem Angebot. Denn auch wenn die sozialen Kontakte momentan eingeschränkt sein müssen, so bleiben wir doch im Glauben vereint.

 

 

Podcasts der geistlichen Impulse

 

Podcast für den 29.03.2020

Orgelmusik zur Passionszeit:

Johann Sebastian Bach (1685-1750), Choralbearbeitung über "Oh Mensch, bewein dein Sünde groß"

Johannes Brahms (1833-1897), Choralbearbeitung über "Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen"

Podcast für den 05.04.2020 (Palmsonntag)

Podcast für den 09.04.2020 (Gründonnerstag)

Podcast für den 10.04.2020 (Karfreitag)

Podcast für den 12.04.2020 (Ostersonntag)

Podcast für den 19.04.2020

Podcast für den 26.04.2020

Podcast für den 03.05.2020

Podcast für den 10.05.2020
11.05.: Leider wurde das falsche Orgelvorspiel zum Podcast hinzugefügt.
Gerade am Sonntag Cantate ist dies sehr ärgerlich, da unsere Kantorin, dem Anlass entsprechend, besondere Orgelstücke einstudiert hatte.
Jetzt können sie das richtige Orgelvorspiel hören!

Podcast für den 17.05.2020

Podcast für den 21.05.2020 (Christi Himmelfahrt)

Podcast für den 24.05.2020

Podcast für den 01.06.2020 (Pfingstmontag)

 

 

 

Gebet am Pfingstmontag, den 1. Juni 2020

Wir entzünden eine Kerze; wir sammeln uns - so wie sonst im Kirchraum beim Orgelvorspiel – stehend in unserer häuslichen Umgebung zum Gebet, wir verbinden uns mit allen, die jetzt beten und Andacht halten.

 

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.  (Sacharja 4, 6)

 

Wir singen oder sprechen laut den ersten Vers aus EG 136 von Philipp Spitta:

 

O komm, du Geist der Wahrheit, / und kehre bei uns ein, /

verbreite Licht und Klarheit, / verbanne Trug und Schein. /

Gieß aus dein Heilig Feuer, / rühr Herz und Lippen an, /

dass jeglicher getreuer, / den Herrn bekennen kann.

 

- Kurze Stille –

 

Wir setzen uns zum Psalmgebet:

 

Gottes Güte dauert.

Bedrängt war ich, hatte Angst.

Gott rief ich zu Hilfe – und er half

Was können mir die Menschen tun?

Der Herr hat mich geschlagen, aber er ließ mich nicht sterben.

Er schenkte mir Leben.

Gottes Güte nimmt doch kein Ende.

ich will ihn bekannt machen,

reden will ich von seinem Handeln, trotz allem,

was des Menschen Handeln in der Welt anrichtet.

Reden will ich vom Schutt verworfener Steine,

die er zum Bau von Gemeinde nutzt.

Der Eckstein ist darunter,

der Asylstein, Heil der Verfolgten.

Freut Euch und seid fröhlich.

Gottes Güte dauert.

Danket dem Herrn.

wenn ich im Lande der lebendigen bin.

                                                              aus Psalm 118, 1. 24-29

 

Wir lassen diese Psalmworte in uns nachklingen und achten darauf, wo wir aufhorchen, welche Worte uns berühren.

 

 

 

 

 

Wir sprechen ein Gebet:

 

Gott,

wenn du vorrübergehst, tröstest du,

Gott,

und ein gutes Wort ist ein Wink von Dir.

Schaffe Raum in uns

für diesen Geist,

damit das Leben licht werde,

und Christus zu Wort komme,

der Bruder,

der Herr.

Amen

 

- Kurze Stille –

 

Schriftlesung        aus dem „geistlichen Impuls“

 

Meditation            aus dem „geistlichen Impuls“

 

Fürbitte                Wir bitten miteinander und füreinander still für uns und mit den Worten aus dem „geistlichen Impuls“.

 

Wir beten stehend das Vaterunser

 

Wir singen oder sprechen laut den Liedvers von Martin Luther:

Verleih uns Frieden gnädiglich, 

Herr Gott, zu unsren Zeiten.

Es ist doch ja kein andrer nicht,

der für uns könnte streiten,

denn du, unser Gott alleine.

 

Der HERR segne uns und behüte uns. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der HERR erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

 

Wir setzen uns und bleiben eine Zeit lang still – so wie sonst im Kirchraum beim Orgelnachspiel - und spüren dem nach, was in uns während der Andacht lebendig gewesen ist. Wir danken für die Gemeinschaft im Gebet. Dann stehen wir auf und gehen gesegnet in den Tag.

 

 

 

Geistlicher Impuls für den 1. Juni 2020 - Pfingstmontag

Schriftlesung:     Wochenspruch: Sacharja 4,6b

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch den Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.

 

Johannes 20,19-23

 

Am Abend des ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit Euch!

Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

Da sprach Jesus noch einmal zu ihnen: Friede sei mit Euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

 

Wir geben dem Gehörten Zeit, in uns anzukommen; uns fremd Klingendes lassen wir beiseite, achten auf Worte und Ausdrücke, die uns an-gesprochen haben.

 

Meditation

Sehen lernen in undurchsichtigen Zeiten. Seltsam fühlt es sich für mich von heute aus gesehen an: vier Kapitel Abschied bei Johannes. Ein Kapitel Verrat. Ein Kapitel Leiden. Und ein Wiedersehen in einem Satz! Als wäre nichts geschehen, so steht Jesus wieder vor ihnen. Wie weggeblasen die Schwächen und der verrat vorher, dass sie alle bei ihm bleiben wollten, es dann doch nicht können – und sich in der Geschichte seines Leidens und Sterbens in ihrer Trauer verlieren.

Die Schar der Jünger nach Karfreitag: sie waren kollektiv verloren gegangen. Petrus als erster in der Verleugnung, Jesus Freund zu sein. „Ich bin es nicht“. Auch alle schlechten Dinge sind drei. Die anderen Jünger gingen nach Hause in die Isolation. Auch Thomas hatte getrauert, musste Abstand gewinnen. Der einzige Jünger, der bis zum bitteren Ende, besser gesagt, bis zum essigsauren Ende bei Jesus blieb, hat keinen Namen. Er verspricht nicht. ist aber da. Bleibt unter dem Kreuz neben der Mutter Jesus. Der hatte sie sterbend aneinander verwiesen: Frau, das ist dein Sohn. Siehe, das ist deine Mutter. Deshalb waren sie auch beide dabei am Abend der ersten Woche, bei der Versammlung der Verlorenen. Voller Angst, dass ihnen dasselbe passiert wie Jesus, hatten sie sich eingeschlossen. Eingeschlossen mit der bitteren Wahrheit der Selbsterkenntnis: wir sind ihm nicht nachgefolgt! Ein Versagen der Freunde, brennend wie Essig im Hals.

Und dann das: Friede sei mit Euch! Der übliche Gruß, eben so „normal“ und alltäglich, als wäre nichts gewesen. Die vertraute Stimme, ohne einen Unterton des Vorwurfes. Friede sei mit euch! Natürlich erinnern sie sich: so hatten sie an die Türen vieler geklopft, diesen Friedensgruß entrichtet – und dafür oftmals Gastfreundschaft genossen. Friede sei mit euch! Er zeigt seine perforierten Hände, die Wundmale an der Seite: das ist noch nicht vergessen, seine Angst und Verletzung.

Aber die sind nun vergeben. Um der Freude willen, dass er wieder in der Welt ist: Friede sei mit euch!

Das ist ein Fest der Vergebung! So fühlt sie sich an. Beides Seiten haben `was durchgemacht. Aber sie sehen sich wieder – in den undurchsichtigen Zeiten - das Vergangene tritt in den Hintergrund. Da wird der Neuanfang greifbar! Erfüllt, was versprochen war. Und Jesus kann wieder atmen. Irgendwo im garten hat er wieder den ersten Atemzug getan. Ein Hauch Schöpfung liegt in der Luft, wir fühlen Gott Adam und Eva beleben – wir fühlen ihn Jesus beleben: er bläst sie an, die Verlorenen und Zerschlagenen, die Isolierten und Trauernden: so werden auch sie neue Menschen. Alles auf Anfang gestellt, der erste Tag, wie neugeboren. Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen. Welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Wer sich in seiner Nachfolge auf Petrus berufen möchte, der bemerkt vielleicht, dass ihm gegenüber bei Jesus eine andere Substanz ist. Friede sei mit Euch! Die Vergebung der Sünden, dass ist der Schlüssel. Die Schlüsselgewalt gibt Jesus an die Türöffner weiter, nicht an die Schließer. Hier weht ein neuer Wind.

Kein Verdrängen, dass wir Menschen so unterschiedlich versagen können. Sondern unendlich groß die Bereitschaft, das Vergangene Vergangenheit sein zu lassen. Ein frischer Lebenshauch in einer Welt, wo der eine den anderen gern festnagelt auf das, was einmal gewesen ist. „So soll es unter Euch nicht sein“. das hat Jesus gesagt und vorgelebt. Für alle Übungen in seiner Nachfolge, die wir manchmal Kirche, manchmal gemeinde nennen.

Also: lernen wir sehen in undurchsichtigen Zeiten! Friede sei mit Euch! Frohe Pfingsten!

Denn der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahrt unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.   Amen

 

Fürbitten

 

Gott, was hast du alles getan, damit wir leben!

Du hast uns vergeben, du hast uns geliebt, du hast uns auf den Weg gebracht.

Hilf uns, dass wir nicht verderben, was du begonnen hast.

Dem Misstrauen wehre.

Das Missverstehen, dass Leugnen, das Weglaufen brich auf.

Hilf uns hören, zuzuhören aufhorchen.

Hilf uns nachdenken, umdenken, verstehen.

Hilf uns sehen, ansehen, wahrnehmen. Den Anderen. Den Zerschlagenen.

Schenke uns Freude an bisher ungehörten Worten und an fremden Gesichtern.

Und denen, die deinen Trost, den Wind des heiligen Geistes nicht spüren,

sei nahe mit deinem Segen.

Komm! Sei du der Geist, der uns prägt. Amen